Kirchenmusik

Woche der Kirchenmusik

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Die Region rund um das Wittelsbacher Land ist mit vielen kulturellen Veranstaltungen aller Art gesegnet:  Vom Hofbergtheater auf der Freilichtbühne zum Pegasustheaterfestival in Schrobenhausen, vom Friedberger Musiksommer zu den Schrobenhauser Barocktagen, vom Elfenfest in Schloss Blumenthal über die Karl-May-Festspiele in Dasing zu den Mittelaltertagen in Aichach und Friedberg. Doch wenn man genau hinschaut, fällt auf, dass unter den vielen Festivals eines fehlt: Kirchenmusik. Gerade die bayerischen Landkreise östlich des Lech, also Altbayern, zu denen bekanntlich auch das Wittelsbacher Stammland gehört, sind wie kaum eine andere bayerische Region religiös geprägt und nach wie vor tief in katholisch-barocken Traditionen verwurzelt. Also: Wo bleibt die Kirchenmusik im Kulturkalender des Wittelsbacher Landes?

Diese Lücke soll sich nun schließen. Vom Sonntag, den 30. Juni bis zum Sonntag, den 7. Juli findet in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum zum ersten Mal die „Woche der Kirchenmusik“ statt. Initiator und musikalischer Leiter des Festivals ist der Kirchenmusiker Rudolf Drexl, gebürtiger Sielenbacher und seit frühester Jugend der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum eng verbunden. Hauptprotagonisten sind zwei vokale Klangkörper, nämlich der Kammerchor Maria Birnbaum, der seit vielen Jahren an der Wallfahrtskirche und andernorts Gottesdienste und Kirchenkonzerte gestaltet, sowie der Kirchenchor St. Severin e.V. aus der gleichnamigen Pfarrei in Garching bei München.

Zu jeder Zeit haben sich Komponisten bemüht, für den Gottesdienst ihr Allerbestes zu geben – omnia ad maiorem dei gloriam. So birgt die Literatur der Kirchenmusik absolute Gipfelpunkte europäischer Kompositionskunst: Die Missa Papae Marcelli von Palestrina, die Matthäuspassion von Bach, die Missa Solemnis von Beethoven oder das Verdi Requiem – für die Kirche war stets nur das Beste gut genug. Doch neben diesen und anderen großen Monumentalwerken gibt es aus allen Epochen auch eine Fülle von musikalischen Juwelen, die es nicht immer in das Rampenlicht des Kulturbetriebes geschafft haben, aber dennoch Höhepunkte europäischer Kompositionskunst sind.
Ziel des neuen Festivals ist es, den Konzert- und Gottesdienstbesuchern die enorme Bandbreite der Kirchenmusik vor Ohren zu führen – von der Gregorianik des frühen Mittelalters bis zur Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts, verschiedene Kompositionsstile, verschiedene Besetzungen, verschiedene Stimmen.

Zwei wesentliche Merkmale zeichnen dabei die „Woche der Kirchenmusik“ aus: Anders als bei vielen anderen Musikfestwochen gastieren nicht etwa verschiedene Ensembles aus der ganzen Welt zu einem Thema an einem bestimmten Ort, sondern in Maria Birnbaum musizieren Sänger und Instrumentalisten aus der Region für die Region. Dies gilt nicht nur für den musikalischen Leiter und Organisten sowie die beiden Chöre, sondern auch für die Instrumentalisten des Projektorchesters, die sich ganz überwiegend aus Mitgliedern Münchner Orchester rekrutieren.
Die zweite Besonderheit des neuen Festivals besteht darin, dass die Kirchenmusik nicht nur konzertant, sondern vor allem auch in dem liturgischen Rahmen zu hören sein wird, für den sie komponiert worden ist. Kirchenmusik ist nicht für die Bühne geschrieben. Sie ist vielmehr Funktionsmusik und Teil einer liturgischen Handlung, aus der sie ihren Sinn und ihre Berechtigung schöpft.

So wird die „Woche der Kirchenmusik“ an den beiden Sonntagen von zwei Konzerten eingerahmt (Beginn jeweils 17.00 Uhr), in denen zwei der großen Haydn-Messen zu hören sein werden: Am 30. Juni die Missa Cellensis, genannt Cäcilienmesse, in C-Dur, Hob. XXII:5 und am 7. Juli die berühmte Theresienmesse in B-Dur, Hob. XXII:12. Dazwischen werden jedoch sämtliche Gottesdienste an der Wallfahrtskirche (Sonntag/Montag/Mittwoch/Freitag/Sonntag, Beginn jeweils 19.00 Uhr) kirchenmusikalisch gestaltet. Dabei erklingen u.a. Werke von Giovanni Pierluigi da Palestrina, Josef Gabriel Rheinberger, Peter Cornelius, Camille Saint-Saens und Sergej Rachmaninoff. Moderne Psalmvertonungen für Querflöte, E-Piano und Schlagzeug werden ebenso zu hören sein wie Rokkokowerke für Salterio und Orgel oder gregorianische Choräle. Einen besonderen akustischen Farbklecks gibt es am Samstagabend um 20.00 Uhr: Gospels und Spirituals in Concert.

Damit aus der „Woche der Kirchenmusik“ ein Gesamtkunstwerk (ganz im Sinne Richard Wagners) für Körper, Geist und Seele wird, beteiligt sich auch der Klosterwirt „Al Monastero“ mit einem besonderen Angebot und einer Festival-Spezialitätenkarte an der Festwoche. Konzertbesucher, die auch die nachfolgende Abendmesse besuchen möchten, können sich in der knappen Stunde zwischen Ende des Konzerts und Beginn der Messfeier entweder einen leckeren Klosterteller (Pauschalpreis inkl. einem Getränk 10€) gönnen oder sie bestellen schon vor Konzertbeginn ein à la carte Menü, das dann am Ende des Konzertes oder nach der Abendmesse auf ihrem reservierten Platz frisch für sie bereitsteht.

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